Zu beobachten war, dass die meisten Leute ihre Shoppingtour mit einem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt verbinden. Nicht selten schlendern sie mit gebrannten Mandeln oder Glüweinbechern die Einkaufstraßen des Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße entlang. Auch am Potsdamer Platz war der Andrang groß. Kein Wunder, umgibt die Potsdamer Platz Arkaden in diesen Tagen der riesige Weihnachtsmarkt „Winterwelt“.
Aus Sicht des Handelsverbands Berlin-Brandenburg verlief der erste Advent erwartungsgemäß. "Das Geschäft lief nicht besser, aber auch nicht schlechter als im Vorjahr“, bestätigte Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Vor allem kleine Geschenke, Weihnachtsdekorationsartikel und Lebensmittel gingen häufig über die Ladentheke, so Päts.
Petra Fladenhofer vom KaDeWe formulierte es ähnlich: "Das Haus war voll, der Tag verlief gut, und der Umsatz war auch zufriedenstellend." Besonders gut lief es in der Feinschmecker-Etage, wo sich die Kunden mit Köstlichkeiten für die Vorweihnachtszeit eindeckten. "Der eine oder andere leistet sich jetzt schonmal einen edlen Champagner", so Fladenhofer. Natürlich hatten auch die Kinder ihren Spaß, denn die Spielwarenabteilungen waren an diesem Sonntag ebenfalls sehr beliebt.
Aber es regt sich auch Kritik an den verkaufsoffenen Adventstagen. Die jetzige Regelung stelle "eine Aushöhlung der Sonntagsruhe dar", sagte der Präsident des EKBO-Konsistoriums, Ulrich Seelemann. Aus diesem Grund hatten die Kirchen im Juni 2007 gegen das Berliner Ladenöffnungsgesetz geklagt.
Das Berliner Ladenöffnungsgesetz, das zehn verkaufsoffene Sonntage zulässt, gilt bundesweit als das großzügigste. An Werktagen dürfen Geschäfte rund um die Uhr geöffnet werden. Der rot-rote Senat wie auch der Handelsverband Berlin Brandenburg erwarten, dass das Gesetz vor Gericht bestätigt wird. Als Bundeshauptstadt müsse Berlin den Touristen ähnliche Angebote bieten wie etwa die Metropolen Paris oder London, meint die zuständige Senatorin Katrin Lompscher (Linke).
Die Händler argumentieren ebenso. Sie begründen, dass die Kunden ihre Einkaufsgewohnheiten längst auf die offenen Sonntage ein- und umgestellt hätten.





